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Die Steinerne Brücke

Der wohl schönste Weg in die Altstadt führt von Stadtamhof über die Steinerne Brücke, die älteste erhaltene Steinbrücke Deutschlands. Sie überspannt seit 1146 die Donau und gilt als Wunderwerk der Ingenieurskunst. Die „alte Dame“ hat also schon einiges erlebt und könnte uns viele interessante Geschichten erzählen. Von Königen, Kaisern und anderen VIPs, die über sie hinweg zogen, von Fernhändlern, die ihre Luxusgüter hier verkauften, von Kriegen, bei denen sie teilweise zerstört wurde, von Überschwemmungen und Eisstößen, die sie alle überlebt hat und von Touristen aus aller Herren Länder, die in den letzten Jahren über die Brücke strömten. So gilt noch heute der Spruch: “Wer nicht über die Steinerne Brücke gegangen ist, der war nicht in Regensburg“.

Über den Dächern von Regensburg

„Über den Dächern von Regensburg“, welch ein Genuss. Eindrucksvoll präsentiert sich die Dichte der Bauwerke in der Stadt und ich entdecke dabei trotzdem immer wieder Neues. Kleine Details, noch nie gesehene Dachterrassen, einen kleinen Garten inmittender Steinhäuser. Der Ausblick von den Domtürmen ist eine Rarität. Dennoch bieten andere Örtlichkeiten einen Blick über die Stadt. Die Aussicht vom Brückturm, dem Kirchturm der Dreieinigkeitskirche oder von den Winzerer Höhen oder Kumpfmühl, wenn ich mit dem Rad eine „Sight Biking-Tour“ mache. Regensburg bietet eine Fülle von Blickwinkel, die es zu erkunden gibt. Als qualifizierte Gästeführerin und Mitglied von kulttouren, freue ich mich auf viele neue „Stadtansichten“ mit meinen Gästen. Kommen Sie mit! Buchen Sie jetzt schon Ihre persönliche Entdeckertour durch Regensburg.

Magnolienhof im ehem. Reichskloster St. Emmeram, heute fürstliches Schloss Thurn & Taxis

„Die Magnolie ist der Dinosaurier unter den Pflanzen, genauso wie das ehem. Reichsstift St. Emmeram der Dinosaurier unter den historischen Orten der Stadt Regensburg ist! Die Blütenfülle und die erholsame Einsamkeit dieses Hofes ziehen mich immer wieder in ihren Bann. Hier atmet im Frühjahr grandiose Geschichte zur üppigen Blütenpracht der beiden Tulpen-Magnolien, die bereits auf der Erde zu finden waren, als es noch keine Bienen gab. Deshalb die vielen Staub- und Fruchtblätter, die von Käfern bestäubt werden. Ähnlich wie es bereits das Kloster gab, als sich Regensburg noch nicht als Boomtown aufblähte. Was mich am meisten an diesem Hof in den Bann zieht ist die enorme Vielfalt der Architekturformen vieler Jahrhunderte. Die archaischen Fensterbögen aus der Romanik des 12. Jahrhunderts korrespondieren mit den runden Formen der zartrosa Magnolienblütenblätter. Hinter den uralten Mauern verbergen sich das Refektorium des ehem. Alten Konvents und die Fürstl. Notstandküche als ältester Profanraum des Klosters. Gleich gegenüber genieße ich die Anmut eines klaren Klassizismus am ehem. Marstallgebäude. Der berühmte Ludwig Schwantaler, Schöpfer der Bavaria auf der Münchner Theresienwiese, hat die feinen Reliefs gestaltet. Um 1827 war die Marstallbaustelle mit 200 Arbeitern die größte Baustelle der Stadt. Wie ruhig sich das anhört, im Vergleich zum Baulärm in den heutigen städtischen Entwicklungsarealen. Was mir hier am meisten gut tut ist die erhabene Stille und die wärmende Energie der Sonne. Da bin ich bei mir. Mein Lieblingsort sind die zwei weißgestrichenen Gartenbänke zwischen den Magnolien. Sie laden zum Lauschen und Schauen ein. Mit viel Glück kann man jetzt fast das Aufplatzen der Knospen hören, das zwitschernde Spiel von Blaumeisen und Amseln beobachten und mittags gelegentlich auch Axel Bartelt, den Regierungspräsidenten der Oberpfalz. Auch er weiß um die besondere Stimmung dieses Ortes und die wohltuende Auszeit vom eh gerade so anstrengenden Alltag!“ 

Eine Parkbank mit Aussicht

Eine Parkbank mit Aussicht. Aber … was für eine Aussicht!

Regensburg - für mich seit 20 Jahren die zweite Heimat, aber die Stadt breitet sich schon über 2000 Jahre am nördlichsten Punkt der Donau aus. An einem Fluss mit blauem Wasser ist sie langsam über die Donauinseln gewachsen, glitzernd in der Sonne und sternenreich in der Nacht. Schon die Römer haben die strategischen Vorteile dieser Lage erkannt und vielleicht auch die Schönheit dieser Gegend, die wir jetzt so sehr schätzen. Im Mittelalter wurde Regensburg „steinreich“. Bis heute ragen die Patriziertürme in die Höhe. Kaufleute aus aller Herren Länder kamen und staunten über die Steinerne Brücke. Hier kreuzen sich seit Jahrhunderten wichtige Fernhandelswege. Mitten aus dem Panorama ragen die Türme des gotischen Doms St. Peter hervor. Zu Zeiten des Immerwährendes Reichtags waren Ehrengäste aus vielen Ländern in Regensburg zu Besuch: Kurfürsten, Fürsten, Gesandte und selbst der Kaiser brachten Glanz und Ruhm. Auf dem Dreifaltigkeitsberg, meinem Lieblingsplatz, kommen die Geschichte und die Gegenwart zusammen. Der Blick schweift herrlich über die Stadt, man ahnt das pulsierende Leben und kann seine Gedanken treiben lassen.

Die Marienkapelle am Brandlberg

Ganz oben, über der manchmal verschneiten, manchmal vernebelten Stadt, da ist mein Lieblingsort im Advent, die Marienkapelle am Brandlberg. Jetzt ist die Wiese mit ihren bunten Kräutern im Winterschlaf aber von dort lasse ich meinen Blick auf das adventliche Regensburg schweifen. Mitten aus dem traumhaften Panorama ragen die beiden Türme unseres Doms gegen den vorweihnachtlichen Himmel! Advent bedeutet Ankunft und das passt gut zur Sozialgeschichte dieses Ortes, den manche als „Balkon von Regensburg“ bezeichnen. In den 30er Jahren der Weimarer Republik erhielten arbeitslose Väter dort oben Grundstücke von der Stadt und schufen sich aus eigener Kraft eine neue Heimat. Sie waren angekommen in schwierigen Zeiten! Wie sich die Zeiten doch gleichen. Erneut rege Bautätigkeit herrscht seit einigen Jahren am Fuße des Brandlbergs. Genau das fasziniert und macht mich auch nachdenklich: Unberührte Natur und das Moderne vermischt sich immer wieder mit dem Gewohnten. Da fällt mir unweigerlich an der kühlen und so frischen Luft das Zitat des Emmeramer Mönchs Otloh ein: „Regensburg ist alt und neu zugleich!“

Innerlichkeit und Stille inmitten des Trubels: Die Neupfarrkirche

Mein Lieblingsort im Advent ist die Neupfarrkirche. Inmitten des regen Getriebes des Christkindlmarkts, der in „normaleren“ Jahren auf dem Neupfarrplatz stattfindet, ragt der schlichte Kirchenbau empor. Hier finde ich einen Ort der Stille, an dem ich in mich gehen und bei mir sein kann.Der Neupfarrplatz entstand vor gut fünfhundert Jahren durch die Zerstörung des jüdischen Viertels. Am Ort der Synagoge, wurde mit dem Bau einer Wallfahrtskirche begonnen, der Schönen Maria-Kirche, in der ‑ bereits wenige Jahrzehnte später ‑ der erste protestantische Gottesdienst Regensburgs stattfand. In diesem Bau, der aus den Trümmern des jüdischen Viertels entstand, überlagern und durchdringen sich also jüdische, katholische und protestantische Stadtgeschichte.

Der Odessa-Anker am Marc-Aurel-Ufer

Eigentlich steht er im Weg. Im Weg der schönen Lindenallee, die seit den 1980er Jahren symbolische die niedergelegt, mittelalterliche Stadtmauer entlang der Donau nachzeichnet. Doch diesen Advent sitze ich sehr gerne am mächtigen Odessa-Anker, der erst seit diesem Herbst als Skulptur an 30 Jahre Partnerschaft zwischen der Schwarzmeer-Perle und der unserer Steinernen Stadt an der Donau erinnert. Wenn ich mein kleines Lammfell auf den Betonsockel lege dann fühle ich mich trotz Winterwind und nasser Kälte, wohl an meinem Adventslieblingsort. Der Anker, fast geformt wie ein Herz, ist das Symbol der Hoffnung für mich. Vielleicht wie damals, als hier im 18. Jahrhundert unter Kaiserin Maria Theresia drei Schwabenzüge mit windigen „Ulmer Schachteln“ und „Kelheimer Plätten“, Schiffstypen aus Holz, Richtung Südosteuropa vorbei zogen. In der Hoffnung auf ein neues, besseres Leben. In mir schwingt da auch Sehnsucht mit. Sehnsucht nach unseren Gästen, die vor der Pandemie auch mit Schiffen hier angekommen waren. Und Sehnsucht nach einem Heiligen Abend ohne Lockdown und zwischenmenschlich einschränkenden Begegnungen.

Edelsteine und handgefertigte Kostbarkeiten: Der Glanz der Domschatzkrippe

Der Domschatz Regensburg, direkt neben dem Dom gelegen, ist ein Ort, der mich eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit einstimmt und deshalb mein Lieblingsort im Advent geworden ist. In der abgedunkelten Schatzkammer funkeln Kostbarkeiten aus Gold, Silber und Edelsteinen aus vielen Jahrhunderten. Beim Eintreten glitzert und glänzt es wie der Christbaum am Heiligen Abend mit seinen Kugeln, Lametta und den brennenden Kerzen! Manchmal weiß ich vor lauter Glitzer gar nicht, was ich lieber mag: Das Regensburger Emailkästchen mit den Strahlenhalbmonden oder das Schmetterlingsreliquiar. Mich beeindruckt sehr, wie hoch entwickelt die Kunstfertigkeit in Regensburg bereits im Mittelalter war. 

Unter, auf und neben der Brücke: Mein Grieser Steg im Advent

Regensburgs Stadtbild wird nicht nur durch zahlreiche mittelalterlichen Türmen geprägt, sondern auch von etlichen Brücken, welche die Flussufer von Donau, Naab und Regen miteinander verbinden. Neben der sehr präsenten, monumentalen Steinernen Brücke aus dem 12. Jahrhundert, gibt es in Regensburg aber auch unscheinbar kleine Brücken, die sich in ihre Umgebung so gut integriert haben, dass sie kaum sichtbar und gleichsam eins mit der Natur geworden sind. Eine solch kleine, zurückhaltende Brücke ist der Grieser Steg, eine massive Fachwerktrogbrücke aus Stahl.Der Grieser Steg befindet sich im nördlichen Altstadtbereich von Regensburg. Er verbindet die Donauinseln Unterer Wöhrd und Oberer Wöhrd sowie den Stadtteil Stadtamhof miteinander. Es handelt sich hier um eine Behelfsbrücke, einer leichten, zerlegbaren Brücke (LZ- Brücke) der Firma MAN von 1947. Als Pionierbrücke im Krieg hatte sie keine ästhetischen Ansprüche, sondern nur einen pragmatischen Nutzen: eine Flussüberquerung, welche schnell auf- und abgebaut werden konnte.Im Winter 2020/2021 habe ich meine Masterarbeit an der OTH- Regensburg im Fach Historische Bauforschung mit dem Thema „Der Grieser Steg – ein Provisorium für die Ewigkeit“ erfolgreich beendet.

Stadtentdeckungen zu Pfingsten

Verwunschene Gassen in der Ostnerwacht

Hören Sie das? Dieses dumpfe, eiserne Rasseln einer Kette! Oder sind es die klirrenden Maßkrüge, die prostend von bierseeligen Menschen gestoßen werden? Ich mag das, wenn einem an diesen, fast zeitlosen Orten solche Bilder und Geräusche aufgehen. Leider sind sie rar und selten geworden, diese noch nicht todsanierten Altstadtgässchen im Welterbe. Doch in der Ostnerwacht an der Ecke Prinzenweg und Heiliggeistgasse, da lassen sie sich noch voller Geheimnisse entdecken. In großen, altdeutschen Lettern steht da „Brandl-Garten“ an der Mauer zur Heiliggeistgasse, irden-braun, etwas morbide. Aber die jetzt blühenden Kastanien und Linden im Brandlbräu-Garten erinnern an glänzende Brauerei-und Biergartenzeiten und an den Wanderzirkus, der dort aus Dankbarkeit seinen „Bären an der Kette“ dagelassen hat. Schließlich hatte der einen Viehdieb verjagt. Vielschichtige und zwielichtige Gestalten gab‘s in dieser Ecke allemal und das spürt und sieht man. Gleich um die Ecke die ehemalige katholische Waisenhauskirche „Maria Schnee“. Ein Juwel der spätbarocken Kleinkirchenbaukunst aber auch Sozialgeschichte. In dieser Regensburger Ecke, da atmen noch Reste alter Gewerbebetriebe, die die Gentrifizierung überlebt haben: Der Flohmarkthändler, der bei ihrem Spaziergang immer Zeit für einen Ratsch hat, eine Kirchenmalerwerkstatt oder die Inschrift von 1765 am Türsturz im Prinzenweg. Sie macht das Wagnergewerbe wieder lebendig, ein Kerngeschäft für die vielen kommenden und gehenden Fremden. Und plötzlich hört man hart die Kutschen und Fuhrwerke durch das massige Ostentor rollen. Was waren das für Zeiten! Ein Ort der Hoffnung waren die Gässchen entlang der Ostengasse einst. Für Menschen ohne Haus und Heimat, die noch an das Glück eines sozialen Aufstiegs in der Patrizierstadt glaubten. Solche Narrative werden hier lebendig. Ich mag gerne die Augen hier durch enge, stille Gassen wandern lassen. Da geht der Atem ruhig und wie schön wäre es, es könnte diese Ecke in Regensburg so bleiben. Jetzt entdecken, bevor es zu spät ist!

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